Ev. - Luth.  Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

Nassauische Str. 17   10717 Berlin   

Auf ein Wort

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. (Lukas 24,5—6) Frauen   gehen   zur   Grabstätte   Jesu   am   ersten   Tag der   Woche,   sehr   früh.   Sie   nehmen   wohlriechende Öle   mit,   um   Jesu   Leichnam   damit   einzubalsamieren. So   lässt   sich   der   Todesgeruch   zumindest   für   eine kurze    Zeit    zurückdrängen.    Den   Tod    ungeschehen machen können sie nicht. Wie   sie   sich   fühlten,   was   in   ihnen   vorging?   Man braucht    nicht    viel    Phantasie,    sich    ihre    Gefühle auszumalen.   Gewiss   standen   sie   noch   ganz   unter Schock.    Jesus,    ihr    guter    Freund,    der    sie    einige Jahre   lang   begleitet   und   zu   ihnen   von   dem   Reich Gottes   gesprochen   hatte,   war   auf   brutalste   Weise getötet   worden,   obwohl   er   nichts   Schlimmes   getan hatte. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Was   die   Frauen   wohl   darauf   geantwortet   hätten? Die    Engel    warten    ihre   Antwort    nicht    ab,    sondern setzen   gleich   mit   ihrem   Verkündigungsauftrag   ein: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Seit      jenem      ersten      Ostersonntag      feiert      die Christenheit    weltweit    das    Auferstehungsfest    ihres Herrn   Jesus   Christus.   An   jedem   Sonntag,   an   dem wir   zusammenkommen,   um   Gottesdienst   zu   feiern, gedenken   wir   seiner Auferstehung   und   danken   Gott, dass   er   durch   sie   dem   Tod   die   Macht   genommen hat,   dass   der   Tod   auch   unserem   Leben   kein   Ende mehr setzen kann.   Welch   eine   Botschaft,   die   wir   zu   Ostern   hören!   Sie hat   unser   ganzes   Leben   umgekrempelt,   so   wie   die Osterbotschaft   der   Engel   das   Leben   der   Frauen   auf den    Kopf    gestellt    hat:    Sie    waren    gekommen,    um einen   Toten   für   die   Grablegung   einzubalsamieren, den Verwesungsgeruch für kurze Zeit zu bändigen. Was   folgt   eigentlich   aus   dieser   Osterbotschaft   für unser   Leben?   Was   haben   wir   davon,   dass   Jesus Christus    von    den    Toten    auferstanden    ist    und    in Ewigkeit lebt?
In    dem    Wort    „suchen“    steckt    reines    Evangelium. Dieser   Begriff   wird   in   der   Bibel   sehr   oft   verwendet. Hier   sind   es   die   Frauen,   die   Jesus   suchen   —   und   ihn nicht    an    dem    erwarteten    Ort    finden.    Jesus    hattte ihnen   viele   Gleichnisse   erzählt,   die   u.   a.   vom   Suchen -   und   Finden   -   handelten,   bspw.   das   Gleichnis   von dem   verlorenen   Schaf.   Da   sagt   Jesus,   dass   der   Hirte sein   verlorenes   Schaf   sucht,   bis   er   es   findet.   Vorher gibt er nicht auf.   Wir    können    den    Vorgang    des    Suchens    umkehren und   haben   dafür   viele   biblische   Belege,   denn   nicht wir   suchen   Jesus   —   wie   die   Frauen   —   vergeblich   an einem    falschen    Ort,    sondern    umgekehrt    geht    Gott uns   in   seinem   Sohn   Jesus   Christus   nach.   Er   sucht uns, bis er uns findet. Vorher gibt er nicht auf. Seine   Suche   nach   uns   —   und   sein   Finden   —   können wir   ganz   konkret   an   der   Heiligen   Taufe   festmachen. Hier     hat     er     uns     gefunden     und     sich     mit     uns verbunden.    Damit    wir    sind,    wo    er    ist,    und    Anteil haben an seinem ewigen Leben. Er   lässt   sich   immer   wieder   finden.   An   welchem   Ort? Im    Gottesdienst    der    Gemeinde,    in    seinem    Wort, durch   das   er   uns   verbindlich   anspicht   und   einlädt, auf   seine   Stimme   zu   hören.   Im   Heiligen   Abendmahl gibt er sich uns ganz mit seinem Leib und Blut. Der   Blick   der   Frauen   am   ersten   Ostersonntag   war dem   Tod   zugewandt.   Die   Osterbotschaft   lenkte   ihren Blick    auf    den    Auferstandenen.    Lassen    auch    wir unseren   Blick   immer   wieder   auf   seine   Auferstehung von den Toten lenken.   Ihr Edmund Hohls