Ev. - Luth. Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

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Auf ein Wort

Anlässlich des 5. Todestages unseres verehrten Pfarrers, Propst i.R. Gerhard Hoffmann, am 7. Januar 2019 drucken wir eine Predigt ab, die er im Jahr 2011 gehaltren hat. Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich. (Jes. 9,1.5) Liebe Gemeinde, zu Weihnachten feiert die ganze Christenheit eine Geburtstagsfete und wir auch. Wir feiern ohne Tanz und Alkoholika, aber mit Weihnachtsbaum und Kerzen. Unser Heiland ist zur Welt gekommen. Er ist hier anwesend, auch wenn wir ihn nicht mehr sehen. Ihm zu Ehren der Baum und die Kerzen, ihm zu Ehren unsere Lieder und in sein Ohr unsere Bitten. Was für ein Geburtstagskind! In den Weihnachtsliedern geht es immer um die Nacht seiner Geburt. Aber es ist längst den Windeln entwachsen. Es hat Bethlehem und Israel hinter sich gelassen und ist längst heimisch geworden in Asien, Europa, Amerika, Afrika und Australien. Es hat sogar den Himmel eingenommen und sitzt zur Rechten des Vaters. Was für Namen der Prophet Jesaja Jesus gibt! Wunderbar-Rat; Kraft-Held, Ewig-Vater, Friedefürst. So hat es Luther verdeutscht. Namen werden oft nach Klang oder Gefühl gegeben. Diese Namen sind Programm, mit ihnen ist ein Auftrag verbunden. Wunderbar-Rat: Von ihm dürfen und sollen wir Wunder erwarten. Er weiß Rat, wenn wir ihm zuhören und uns von ihm leiten lassen. Er gibt Kraft, Wege hinter uns zu bringen und Täler zu durchleben. Er sei ein Held, sagt Jesaja. Ostern verschafft uns Zugang zu diesem Namen. Auf allen Osterbildern steht der Held auf dem offenen Grab und hat eine Siegesfahne in der Rechten. Der Held hat Sünde, Tod und Teufel besiegt. Auch heute noch wird Erde zu Erde und Staub zum Staube. Aber ER wird mich aus dem Staube erwecken! Friedefürst nennen wir ihn, weil er am Kreuz Friede geschlossen hat zwischen Gott und uns! Sind diese Namen zu toppen? Jesaja nennt ihn Licht! Weihnachten feiern wir zur Wintersonnenwende. Am 22. Dezember ist die Nacht am längsten und der Tag am kürzesten. Jetzt werden die Tage wieder länger. Das, was Jesaja meint, hat mit der Wintersonnenwende nichts zu tun. Jesaja spricht davon, dass unsere Seele Licht sieht. Unser Geburtstagskind nimmt die Finsternis weg, die in den Herzen liegt. Es „erleuchtet“ uns und stiftet gute Lebensmöglichkeiten. Er vergibt und heilt, der Heiland, dessen Geburtstag wir feiern. Schließlich: Was ist mit unseren Geschenken? Wer wäre je ohne Geschenk auf einen Geburtstag gegangen? Was schenken wir IHM? „Geld will ich dir schenken, all mein Geld“, hat Hieronymus vor 1.700 Jahren dem Kind in der Krippe gelobt. „Geld brauche ich nicht. Mir gehört sowieso alles“, hat das Kind gesagt, „gib es den Armen. Die können es gebrauchen.“ Denk an Flut- und Kriegsopfer. „Wenn du mir etwas schenken willst“, hört Hieronymus, „dann schenk mir deine Sünde, deine geistliche Armseligkeit, deinen Stolz, alles, was dich so finster blicken lässt und dich mutlos macht.“ Was sich kaufen lässt, verschenkt sich einfach. Aber was man besitzt, was man geerbt hat, das teure Meißner, der Beckmann an der Wand? Davon müsste man sich erst einmal trennen können! Trenne dich von allem, was dich von Gott scheidet, und mach es deinem Heiland zum Geschenk. Glaub es fest: Er will es haben und dankt dir für dein Vertrauen. Gerhard Hoffmann