Ev. - Luth. Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

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Auf ein Wort

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26) Unter Priorisierung versteht man die „Festlegung von Rangfolgen bei Aufgaben. Zweck einer Priorisierung ist, die für ein bestimmtes Ziel wichtigsten Bestandteile, beispielsweise bestimmte Aufgaben, Projekte oder Produkte, herauszufinden und bei der Bearbeitung entsprechend vorzugehen“ (www.karrierebibel.de/priorisierung). Besonders in Unternehmen sind solche Priorisierungen wichtig, damit nicht viel Geld und Kräfte verschwendet werden. Auch in einer Kirchengemeinde kann es sehr hilfreich sein, wenn sie priorisiert, also entscheidet, was ihr vordringlich wichtig ist und was weniger wichtig zu sein scheint, welche Aufgaben unbedingt sofort angegangen und möglichst gelöst werden müssen und welche warten können. Fragt man nach wichtigen Dingen in unserer Gemeinde, so käme prompt die Antwort, dass die Feier des Gottesdienstes absolute Priorität genießen muss, denn er ist die Mitte des Gemeindelebens und Zentrum unserer Glaubensäußerungen. Nicht verwundern dagegen würde es, wenn Gemeindeglieder antworteten, dass eine schöne große Kirche und Gemeinderäume, die mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet sind, zwar wünschenswert und schön, aber nicht entscheidend sind. Um so besser, wenn wir nebst einer schönen Kirche auch ansprechende und zweckmäßige Gemeinderäume unser eigen nennen können. Jesus priorisiert ebenfalls, auch wenn er keine marktwirtschaftlichen Interessen oder die Optimierung von Gemeindestrukturen im Blick hat, sondern Menschen. Er spricht dieses Wort nach der ersten Leidensankündigung und lädt gleichzeitig zur Nachfolge ein. Dabei spielt er nicht die notwendigen Dinge, die wir für unser Leben brauchen, gegen seine Nachfolge aus. Viele Menschen verbringen ein Leben in der Askese und Einsamkeit. Andere dagegen haben viele Güter und wissen dennoch um ihre christliche Verantwortung gegenüber sich selbst und gegenüber anderen. Jesus stellt also keine radikalen Alternativen vor, denn wir brauchen nun einmal viele Dinge in der Welt, in der wir leben. Auch als Christen stehen wir nicht neben, sondern in der Welt. Und dürfen uns an vielen schönen Dingen erfreuen, die unser Leben leichter und reicher machen. Jesus lädt nicht unbedingt ein, alles andere links liegen zu lassen, sondern zu gewichten. Unser größter Gewinn ist ewiges Leben durch ihn. Womit wir auch gerade beschäftigt sind, Jesus hebt keinen tadelnden Zeigefinger, sondern lädt uns ein, auf ihn zu schauen und uns zu fragen, was unser Tun mit ihm und unserem größten Gewinn zu tun hat, den er uns in die Wiege gelegt hat. Nicht jede Betriebsamkeit ist notwendigerweise eine Missachtung seiner Einladung. Nicht jeder wirtschaftliche Erfolg ist zu tadeln. Aber wo Menschen nicht mehr am allgemeinen Wohlstand teilhaben, weil wenige sehr viel und viele wenig besitzen, da müssen wir auch als Christen darauf hinweisen, dass alle Menschen mithin Anteil am wirtschaftlichen Erfolg haben müssen. Schließlich sollen alle Menschen Gewinner nicht nur bei den notwendigen irdischen Gütern, sondern auch und vor allem bei den himmlischen Gütern sein, die Gott allein schenken kann und allen schenken will. Ihr Edmund Hohls
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