Ev. - Luth. Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

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Auf ein Wort

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Jakobus 1,19) Ein Satiriker, der sehr schnell spricht, sagte zu seinem Publikum: „Man sagt mir, dass ich sehr schnell rede. Ich versichere Ihnen, dass ich oft versucht habe, langsamer zu sprechen, aber es klappt nicht. Wenn Sie heute Abend also nur die Hälfte verstehen, dann kommen Sie morgen Abend wieder, um die andere Hälfte zu hören.“ Ein Werbegag in eigener Sache? Vielleicht. Trifft das Bibelwort auf ihn zu? Der Apostel Jakobus trägt kein hörtechnisches Problem, sondern ein geistliches Anliegen vor. Vielleicht kennen Sie den Satz: „Gott hat uns einen Mund zum Reden, aber zwei Ohren zum Zuhören gegeben.“ Fällt es Ihnen auch manchmal schwer, zuzuhören? Bieten Sie lieber Lösungen an, als die Not eines anderen auszuhalten, indem Sie ihm zuhören? Gewiss ist es gut, hin und wieder einmal einen guten Tipp zu geben oder zu bekommen. Dennoch: Das Zuhören ist oft genug eine große Herausforderung, der ich das muss ich gestehen nicht immer gerecht werde. Die Kommunikationswissenschaft hat längst festgestellt, dass es gut ist, Menschen reden zu lassen. Und selber zuzuhören. Diese Erkenntnis machen viele Arbeitgeber sich zunutze, indem die Führungskräfte lernen, auf ihre Mitarbeitenden zu hören. Statt selber Vorgaben zu machen. Jedem Menschen tut es gut, reden zu können, meine ich. Es kann sein, dass viele noch nicht entdeckt haben, wie gut Reden tut. Vielleicht haben sie noch keinen Menschen getroffen, der ihnen wirklich zuhören möchte? Gott möchte, dass wir zuhören. Schließlich hat er uns doppelt so viele Ohren gegeben wie einen Mund. Deshalb mahnt der Apostel, guten Gebrauch von unseren Ohren zu machen. Er möchte, dass das Zuhören zu einer Lebenseinstellung wird. Allerdings: Kennen Sie das auch, dass andere zuhören, aber man trotzdem den Eindruck hat, dass sie zwar nicht reden, aber trotzdem nicht aktiv zuhören? Oder verhalten wir uns manchmal gegenüber anderen, die unbedingt einen Gesprächspartner brauchen, so? Das Erstaunliche am Zuhören ist nämlich nicht unbedingt die Fähigkeit, unsere beiden Ohren einzusetzen, sondern vor allem unser Herz. So formuliert St. Antoine d‘Exupery in seinem „Kleinen Prinzen“, dass „man nur mit dem Herzen gut hört“. Das Hören mit dem Herzen kann man lernen. Das müssen wir auch immer wieder üben. Vielleicht müssen wir es sogar immer wieder neu lernen. Übung macht bekanntlich den Meister. Gut, wenn andere uns zurückmelden, dass sie den Eindruck haben, dass wir ihnen gar nicht zuhören. Dann können wir unsere Einstellungen überprüfen. Und notfalls korrigieren. In der Bibel wird nie vom grünen Tisch aus geredet. Auch der Apostel Jakobus tut das nicht. Er fordert vielmehr zu einem Verhalten auf, das er bei Christus abgeschaut hat. Davon erzählt das Neue Testament in vielen Variationen, dass unser Herr Jesus Christus sich die Nöte der Menschen angehört, dass er Heilung geschenkt und sie alle in seine Gemeinschaft aufgenommen hat. Weil er mit dem Herzen gehört hat. Und mit seinem Herzen geantwortet hat. Ihr Edmund Hohls
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